Getrocknete, geschnittene Estragonblätter mit der feinen Anisnote, die helle Saucen, Fisch und Geflügel trägt.
Estragon (Artemisia dracunculus) gehört zur Familie der Korbblütler und ist mit dem Wermut verwandt; sein botanischer Beiname bedeutet übersetzt „kleiner Drache“. Geerntet werden die Triebspitzen kurz vor der Blüte, weil der Gehalt an ätherischen Ölen zu diesem Zeitpunkt am höchsten ist. Anschließend werden die Blätter getrocknet und auf eine Schnittgröße von 1 bis 6 Millimetern gebracht. Angebaut wird Estragon heute unter anderem im Iran, in Georgien und in Deutschland.
In der französischen Küche ist Estragon gesetzt: Er würzt helle Saucen, Geflügel und Fisch, passt zu Spargel und Pilzen und aromatisiert Essig, Senf und eingelegtes Gemüse. Gemeinsam mit Petersilie, Schnittlauch und Kerbel bildet er die klassische Mischung Fines Herbes.
Mild-würzig · Anisartig · Leicht herb
Estragon verträgt Hitze besser als die meisten Küchenkräuter und darf von Anfang an mitgaren. Getrocknet braucht er Flüssigkeit: In Sauce, Sud oder Marinade quellen die Blattstücke auf und geben ihr Aroma nach wenigen Minuten ab. Sparsam beginnen und nachwürzen – die Anisnote setzt sich gegen andere Kräuter durch und prägt eine Mischung schnell.
Ein Kraut, das erst in der heißen Sauce zeigt, was in ihm steckt – und die Küche nach Frankreich riechen lässt.
Estragon lässt sich am ehesten durch Kerbel ersetzen, der ebenfalls eine feine Anisnote mitbringt, aber deutlich milder bleibt. Für die Lakritznote hilft Petersilie mit einer Messerspitze gemahlenem Fenchel. Ein vollwertiger Ersatz ist beides nicht, denn Artemisia dracunculus schmeckt eigenständig herb-würzig.
Getrockneter Estragon wird sparsamer dosiert als frischer: Als Faustregel entspricht ein Teelöffel getrocknetes Kraut etwa einem Esslöffel frisch gehackten Blättern. Beim Trocknen verliert das Kraut Wasser, der Restfeuchtegehalt liegt bei höchstens 10 Prozent, und das Aroma konzentriert sich entsprechend im Blatt.
Der Bio Estragon von pikantum besteht aus getrockneten Blättern, die auf eine Schnittgröße von 1 bis 6 Millimetern gebracht werden; die Farbe reicht von hell- bis dunkelgrün. Angebaut wird das Kraut nach der EU-Öko-Verordnung 2018/848, kontrolliert unter der Nummer DE-ÖKO-006.
Guter getrockneter Estragon ist hell- bis dunkelgrün statt bräunlich ausgeblichen und gibt beim Zerreiben zwischen den Fingern sofort einen deutlichen Anisduft ab. Ein hoher Stängelanteil, farbloses Blattwerk oder ein kaum wahrnehmbarer Geruch sprechen dagegen für eine schwache Qualität.
Mehr zu Herkunft, Aroma und Verwendung: Estragon im Gewürzlexikon →
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