Ringelblumenblüten, ganz und ohne Kelch – würzig-herb im Aufguss und die kräftigste gelbe Farbe im Kräuterregal.
Die Ringelblume (Calendula officinalis) gehört zu den Korbblütlern – und trägt ihren Namen nicht wegen der Blüten, sondern wegen der Früchte: Die Samen sind sichelförmig gekrümmt, manche von ihnen so stark, dass sie regelrecht geringelt aussehen. Wer im Spätsommer eine abgeblühte Ringelblume betrachtet, sieht es sofort. Verarbeitet werden hier die ganzen Blüten ohne Kelch, also ohne den grünen Anteil.
Die Pflanze hat den Menschen lange als Orakel gedient. Sie gehört zu den Blumen, an denen „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ abgezählt wurde, und junge Frauen verrührten die Blüten mit Honig und Essig, trugen sie vor dem Schlafengehen auf und baten den Heiligen Lukas, sie von ihrer künftigen Liebe träumen zu lassen. Auch als Wetterzeichen wurde sie gelesen: Die Blüten öffnen sich am Morgen mit der Sonne und schließen sich, wenn der Himmel sich zuzieht.
Ringelblume arbeitet stärker über die Farbe als über den Geschmack. In Teemischungen sind die orangegelben Blütenblätter deshalb oft das, was man zuerst sieht – und was der Mischung ihr Gesicht gibt, lange bevor der erste Schluck getrunken ist.
Würzig · Herb · Zurückhaltend
Ein Detail lohnt sich zu wissen: Die gelben Carotinoide der Blütenblätter lösen sich in Fett besser als in Wasser. Wer kräftige Farbe will, zieht die Blüten deshalb in heißer Milch, Sahne oder Butter aus statt im reinen Aufguss – der wird zwar auch goldgelb, aber merklich zurückhaltender.
Ihren Namen verdankt sie übrigens nicht den Blüten, sondern den Samen – gekrümmt wie winzige Sicheln sind sie.
Ringelblume ist Calendula officinalis, eine einjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist ein Blütenkorb aus vielen Zungen- und Röhrenblüten. Verarbeitet werden die ganzen Blüten ohne den grünen Kelch.
Der Name Ringelblume geht auf die Früchte zurück, nicht auf die Blüten. Die Samen der Calendula officinalis sind sichelförmig gekrümmt, bei manchen Pflanzen so stark, dass sie geringelt wirken. An einer abgeblühten Ringelblume lässt sich das gut erkennen.
Ringelblumentee schmeckt würzig-herb mit einem leicht bitteren Nachklang, insgesamt aber zurückhaltend. Die Blüten arbeiten stärker über die Farbe als über das Aroma. In Mischungen überdecken sie andere Kräuter deshalb nicht, sondern ergänzen sie vor allem optisch um ein kräftiges Gelb.
Die gelbe Farbe der Ringelblume stammt von Carotinoiden in den Blütenblättern. Diese Farbstoffe lösen sich in Fett besser als in Wasser: In heißer Milch, Sahne oder Butter geben die Blüten deshalb deutlich kräftiger Farbe ab als im reinen Aufguss.
Ringelblume ersetzt Safran in der Farbe, nicht im Geschmack. Beide färben Speisen gelb, doch das unverwechselbare Aroma des Safrans bringt die Ringelblume nicht mit. Für ein Gericht, das nach Safran schmecken soll, ist sie deshalb kein Ersatz.
Ringelblumenblüten werden mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und mindestens 5 bis 10 Minuten ziehen gelassen, etwa 2 Teelöffel je Tasse. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt diese Zubereitung für alle losen Kräutertees. Der Aufguss färbt sich dabei goldgelb.
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