Geschnittene Silberlindenblüten aus Wildsammlung – kräftig im Duft, mild-süßlich im Aufguss.
Kaum ein Baum hat das Dorfleben so geprägt wie die Linde: Sie stand im Mittelpunkt der Ortschaft, galt als Symbol für Treue, Gerechtigkeit und Frieden, und unter ihrem Dach wurde versammelt, getanzt und Recht gesprochen. Für diesen Aufguss werden die Blüten der Silberlinde (Tilia argentea, auch Tilia tomentosa) verwendet – eine ursprünglich südosteuropäische Art, die ihren Namen der weißfilzig behaarten Blattunterseite verdankt. Sie blüht später als die heimischen Linden, meist erst im Juli. Geerntet wird aus Wildsammlung, anschließend werden die Blüten getrocknet und geschnitten.
Lindenblüten ergeben einen der mildesten Blütenaufgüsse überhaupt – sanft genug, um ihn pur zu trinken, und zugleich duftintensiv genug, um einer Mischung ihren Charakter zu geben. Wer kräftigere Kräuter zusammenstellt, setzt Lindenblüten als weiche Gegenstimme dazu.
Blumig · Mild-süßlich · Duftintensiv
Zugedeckt ziehen lassen und anschließend abseihen. Bei Lindenblüten lohnt sich das Zudecken besonders, weil der Duft den größten Teil des Erlebnisses ausmacht und mit dem Dampf sonst verloren geht. Wer den Aufguss kräftiger mag, verlängert die Ziehzeit – mehr Blüten bringen vor allem mehr Duft, kaum mehr Geschmack.
Der Duft eines Baumes, unter dem früher getanzt und Recht gesprochen wurde – mild in der Tasse, kräftig in der Nase.
Die Silberlinde ist Tilia argentea, auch Tilia tomentosa genannt – eine ursprünglich südosteuropäische Lindenart, die heute vielerorts als Stadtbaum wächst. Ihren Namen verdankt sie der weißfilzig behaarten Blattunterseite. Sie blüht später als die heimischen Sommer- und Winterlinden, meist erst im Juli.
Lindenblütentee schmeckt mild und leicht süßlich, ohne Herbe oder Bitterkeit – er gehört zu den sanftesten Blütenaufgüssen überhaupt. Auffällig ist der Kontrast: Der Duft ist kräftig und eigentümlich, deutlich präsenter als der zurückhaltende Geschmack.
Lindenblütentee wird aus etwa zwei Teelöffeln Blüten je Tasse zubereitet, übergossen mit sprudelnd kochendem Wasser und zugedeckt 5 bis 10 Minuten gezogen. Das entspricht der Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung für Kräutertees. Zudecken ist wichtig, weil der flüchtige Duft sonst mit dem Dampf entweicht.
Für aromatisierten Honig werden einige Esslöffel trockene Lindenblüten in ein Glas flüssigen Honig gerührt, einige Tage stehen gelassen und anschließend abgesiebt. Die Blüten müssen trocken bleiben: Eingebrachte Feuchtigkeit senkt den Zuckergehalt örtlich ab und kann den Honig zum Gären bringen.
Lindenblüten passen gut zu Pfefferminze, Melisse und anderen Blüten wie Holunder. Weil sie selbst sehr mild schmecken, aber kräftig duften, eignen sie sich als weiche Gegenstimme zu kräftigeren Kräutern – sie nehmen einer Mischung die Schärfe, ohne ihr den Charakter zu nehmen.
Die Linde galt als Symbol für Treue, Gerechtigkeit und Frieden und war über Jahrhunderte der Versammlungsort einer Ortschaft. Unter ihrem Kronendach wurde getanzt, gefeiert und Recht gesprochen – daher die vielerorts erhaltenen Bezeichnungen Tanzlinde und Gerichtslinde.
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