Mistelkraut in Bio-Qualität, geschnitten – herb-bitter im Aufguss und eine der geschichtenreichsten Pflanzen Europas.
Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) wächst als kugeliger Busch hoch oben in den Kronen von Laub- und Nadelbäumen. Sie ist ein Halbschmarotzer – die immergrünen Blätter betreiben eigene Photosynthese, Wasser und Mineralstoffe holt sich die Pflanze über Senker aus den Leitungsbahnen des Wirtsbaums. Auf den Boden kommt sie gar nicht erst – ihre klebrigen weißen Beeren bleiben an Schnäbeln und Ästen haften oder gelangen über den Kot von Vögeln auf die nächste Rinde. Aus genau diesem Beerenschleim wurde früher Vogelleim gekocht, und daher stammt auch der Gattungsname: viscum ist das lateinische Wort für Leim. Geerntet wird übrigens im Winter – dann stehen die Bäume kahl, und die immergrünen Kugeln sind schon von Weitem zu sehen. Im Sommer verschwinden sie im Laub. Der deutsche Name geht auf althochdeutsch mistil zurück; die verbreitete Herleitung vom Vogelmist passt zur Ausbreitung, ist sprachwissenschaftlich aber nicht gesichert.
Mistelkraut ist ein Aufgusskraut mit deutlicher Bitternote und wenig Eigenduft – es drängt sich in einer Mischung nicht in den Vordergrund, sondern gibt ihr Tiefe. Wer Bitteres mag, trinkt es pur; sonst hilft ein mildes Kraut als Gegengewicht.
Bitter · Herb · Zurückhaltend
Mistelkraut wird wie jedes lose Teekraut heiß aufgegossen. Weil die Bitterstoffe schnell übergehen, lohnt es sich, bei der Ziehzeit im angegebenen Rahmen zu bleiben und lieber sparsam zu dosieren – nachlegen geht immer, zurücknehmen nicht.
Von Vögeln gesät, von Druiden geerntet, unter der Zimmerdecke aufgehängt – kaum eine Pflanze trägt so viele Geschichten.
Die Mistel ist Viscum album, ein immergrüner Halbschmarotzer aus der Familie der Sandelholzgewächse. Sie betreibt mit ihren Blättern eigene Photosynthese und bezieht vom Wirtsbaum nur Wasser und Mineralstoffe. Für den Aufguss wird das geschnittene Kraut aus Blättern und Stängeln verwendet.
Misteltee schmeckt deutlich bitter und trocken-herb, bei auffallend wenig Eigenduft. Die Bitterkeit setzt früh ein und klingt lange nach, ohne scharf zu werden. In Mischungen mit süßlich-milden Kräutern wie Melisse tritt sie deutlich angenehmer hervor.
Die Mistel wächst auf Bäumen, weil ihre Samen von Vögeln verbreitet werden. Die weißen Beeren enthalten einen klebrigen Schleim namens Viscin, der an Schnäbeln und Ästen haften bleibt. Sichtbar werden die Kugeln vor allem im Winter, wenn die Wirtsbäume ihr Laub verloren haben.
In der nordischen Mythologie tötet ein Mistelzweig den Gott Baldr. Seine Mutter Frigg ließ alle Dinge schwören, ihm nicht zu schaden, übersah dabei aber die junge Mistel. Loki nutzte das aus und lenkte den Wurf des blinden Höd. Überliefert ist die Geschichte in der Prosa-Edda.
Der Kussbrauch unter dem Mistelzweig stammt aus England und ist dort seit dem 18. Jahrhundert belegt. Über den englischsprachigen Raum verbreitete er sich später in die USA. Mit der weit älteren Mythologie der Pflanze hat er sich erst nachträglich verbunden.
Mistelkraut wird mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und mindestens 5 bis 10 Minuten ziehen gelassen, etwa 2 Teelöffel je Tasse. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt diese Zubereitung für alle losen Kräutertees. Sparsam dosieren lohnt sich, die Bitterstoffe gehen schnell über.
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