Gerebelte Holunderblüten aus Wildsammlung – blumig und honigartig im Aufguss, mit einer getreidigen Note im Hintergrund.
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) wächst als Strauch bis zu sieben Meter hoch und trägt von Mai bis in den Juli seine flachen Schirmrispen – bis zu fünfzehn Zentimeter breit, aus vielen winzigen weißen Einzelblüten. Seinen Namen verdankt er den Früchten, die mit zunehmender Reife immer dunkler werden. Geerntet wird hier zur Blütezeit, anschließend werden die Blüten getrocknet und gerebelt, also von den Stielen gelöst. Übrig bleiben hellgelbe Blütenblätter mit hellgrünen Stängelresten. Regional heißt der Strauch auch Holler, im bairisch-österreichischen Raum, oder Flieder im Niederdeutschen.
Der Aufguss ist die naheliegende Zubereitung, aber nicht die einzige: Weil das Holunderaroma sehr charakteristisch und zugleich mild ist, trägt es auch süße Zubereitungen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die Blüten mit sprudelnd kochendem Wasser übergossen werden.
Blumig · Honigartig · Getreidig
Zugedeckt ziehen lassen und anschließend abseihen – das Zugedeckthalten ist bei Holunderblüten besonders wichtig, weil das blumige Aroma flüchtig ist und sonst mit dem Dampf entweicht. Für ein Gelee wird zunächst ein kräftiger Aufguss angesetzt, abgeseiht und erst dann mit Gelierzucker aufgekocht.
Blumig, honigartig und unverkennbar: der Duft des Frühsommers, gesammelt dort, wo der Holunder von selbst wächst.
Gerebelt bedeutet, dass die getrockneten Blüten von den Stielen gelöst wurden. Übrig bleiben hellgelbe Blütenblätter mit hellgrünen Stängelresten. Gerebelte Ware ist ergiebiger als ganze Dolden, weil der Anteil an holzigem Stiel entfällt und mehr Blüte in denselben Teelöffel passt.
Holunderblütentee schmeckt blumig mit einer honigartigen Süße, ohne dass Zucker zugesetzt wäre. Darunter liegt eine getreidige Note, die den Aufguss erdet. Der Duft ist frisch-fruchtig und unverwechselbar – er gilt als so typisch, dass er kaum mit einer anderen Pflanze zu verwechseln ist.
Nein, Fliederbeeren sind die Früchte, nicht die Blüten. Im Niederdeutschen heißt der Strauch Flieder, seine Beeren entsprechend Fliederbeeren. Im bairisch-österreichischen Raum ist Holler gebräuchlich. Nicht zu verwechseln ist das alles mit dem Zierstrauch Flieder, Syringa vulgaris, einer völlig anderen Art.
Holunderblütentee wird aus etwa zwei bis drei Teelöffeln je 150 ml zubereitet, übergossen mit sprudelnd kochendem Wasser und zugedeckt 5 bis 10 Minuten gezogen. Das entspricht der Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung für Kräutertees. Zugedeckt ziehen lassen ist wichtig, weil das blumige Aroma flüchtig ist.
Der Schwarze Holunder blüht von Mai bis in den Juli. Der Strauch wird bis zu sieben Meter hoch und trägt dann flache Schirmrispen von bis zu fünfzehn Zentimetern Breite, die aus vielen winzigen weißen bis gelblichweißen Einzelblüten bestehen. Geerntet wird für diesen Artikel zur Blütezeit.
Getrocknete Holunderblüten werden vor Wärme geschützt, trocken und gut verschlossen gelagert. Das blumige Aroma ist flüchtig und leidet vor allem unter Wärme, deshalb ist ein Lagerplatz über dem Herd ungeeignet. Licht bleicht außerdem das helle Gelb der Blütenblätter aus.
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