Herb im Antritt, würzig im Nachgang und geröstet ein ganz anderes Gewürz – in Europa heißt Schwarzkümmel nicht umsonst auch Brotwurz.
Brotwurz hieß Schwarzkümmel im deutschen Sprachraum, und der Name trifft genau, wofür er hier verwendet wird. Mit Kümmel und Kreuzkümmel hat er botanisch nichts zu tun: Die beiden sind Doldenblütler, Schwarzkümmel (Nigella sativa) gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Zu seinem Namen kam er über den Geruch – zerrieben riecht die Saat würzig und tatsächlich ein wenig kümmelartig. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Vorderasien, angebaut wird sie heute vor allem in Ägypten, Syrien und Indien. Die mattschwarzen, dreikantigen Samen werden gereinigt und farbsortiert.
In Europa landet Schwarzkümmel fast immer am Brot: eingeknetet in Roggen- und Vollkornteige, gestreut auf Fladenbrot und Laugengebäck, mitgebacken in Käsestangen und Crackern. Er hält der Backhitze stand und verliert dabei kaum Aroma. Außerhalb der Backstube passt er überall dorthin, wo etwas Gegengewicht guttut – auf Frischkäse und Joghurtdips, über geröstetes Gemüse, zu Lamm, Kartoffeln und Reis. In Indien gehört er in Currys und Chutneys.
Herb · Würzig · Sesamartig
Rösten ist bei Schwarzkümmel kein Feinschliff, sondern ein Charakterwechsel: Aus dem herben Antritt wird eine klare Nussnote, die Schärfe tritt zurück. Dafür genügen 30 bis 60 Sekunden in einer trockenen, heißen Pfanne. Für Brot und Gebäck wird die Saat ganz verarbeitet – eingeknetet oder auf die Oberfläche gestreut, die dafür vorher angefeuchtet wird. Für Dips und Marinaden reicht es, sie im Mörser kurz anzustoßen; ein Anriss der Schale genügt, damit das ätherische Öl frei wird.
Ein Gewürz, das man auf dem Brot kennenlernt und danach überall vermisst – von der Dipschale bis zum Ofengemüse.
Brotwurz ist ein alter deutscher Trivialname für Schwarzkümmel (Nigella sativa) und verweist auf seine Hauptverwendung: In Europa dient die Saat fast ausschließlich als Brotgewürz – auf Fladenbrot, in Roggen- und Vollkornteigen. Überliefert sind außerdem die Namen Schwarzer Coriander, Katharinenblume und Zwiebelsame.
Schwarzkümmel (Nigella sativa) gehört zu den Hahnenfußgewächsen, Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) zu den Doldenblütlern – verwandt sind die beiden nicht. Kreuzkümmel schmeckt warm-erdig und prägt orientalische Gewürzmischungen, Schwarzkümmel herb-würzig mit leichter Schärfe und kommt vor allem an Brot.
Schwarzkümmel und schwarzer Sesam sind zwei verschiedene Saaten: Schwarzkümmel stammt von Nigella sativa, schwarzer Sesam von Sesamum indicum. Schwarzkümmelsamen sind dreikantig und feinnoppig, Sesam ist flach und tropfenförmig. Geschmacklich bringt Schwarzkümmel deutlich mehr Schärfe mit.
Schwarzkümmel setzt mit einer herben Note ein, die würzige Schärfe kommt erst im Nachgang. Dieser Geschmacksbogen ist arttypisch für Nigella sativa und kein Qualitätsmangel. Kurzes Rösten in der trockenen Pfanne verschiebt ihn spürbar in Richtung Nuss.
Schwarzkümmel wird ohne Fett in einer heißen Pfanne geröstet, etwa 30 bis 60 Sekunden unter ständigem Bewegen. Sobald die ersten Samen springen, kommt die Saat sofort auf einen kalten Teller – in der heißen Pfanne röstet sie nach und wird bitter.
Für einen Brotlaib genügt etwa ein gestrichener Teelöffel Schwarzkümmel, für einen Fladen entsprechend weniger. Die Saat wird entweder in den Teig eingeknetet oder vor dem Backen auf die angefeuchtete Oberfläche gestreut, damit sie nach dem Backen haften bleibt.
Mehr zu Herkunft, Aroma und Verwendung: Schwarzkümmel im Gewürzlexikon →
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OK Ich hab was von dem Schwarzkümmel in die Panierung von Hühnchenfilets dazu gegeben, woraus sich sofort eine nette orientalische Note ergab.
Ich hab was von dem Schwarzkümmel in die Panierung von Hühnchenfilets dazu gegeben, woraus sich sofort eine nette orientalische Note ergab.
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