Wer blickt da durch?
Vier Gewürze, drei Mal „Kümmel“ im Namen und einmal ein Verwandter aus Indien – und doch hat kaum eines davon mit dem anderen zu tun. Kreuzkümmel, Kümmel, Schwarzkümmel und Ajowan sehen einander auf den ersten Blick ähnlich, schmecken aber völlig verschieden. Wer sie verwechselt, landet schnell beim falschen Gericht.
Wir zeigen dir, wer wer ist, woran du die vier sicher erkennst und in welcher Küche jedes Gewürz seinen Platz hat.
Botanisch fremd, optisch verwandt
Obwohl die vier Namen aufeinander verweisen, gehören die Pflanzen drei völlig unterschiedlichen Familien an. Kümmel und Kreuzkümmel sind beide Doldenblütler (Apiaceae), aber unterschiedliche Gattungen mit komplett anderem Geschmack. Ajowan gehört ebenfalls zu den Doldenblütlern, ist aber wiederum eine eigene Gattung mit thymianartigem Aroma. Schwarzkümmel fällt komplett aus der Reihe: Er stammt aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und hat botanisch nichts mit den anderen drei zu tun.
Die Namensverwirrung entsteht also nicht durch Verwandtschaft, sondern allein durch die ähnliche Form der Samen. Im Englischen wird es noch verwirrender: Dort heißt Kreuzkümmel schlicht „Cumin“, während unser europäischer Kümmel „Caraway“ genannt wird.
Wer ist wer?
Kreuzkümmel (Cumin)
Cuminum cyminum. Warm-würzig, leicht bitter, frisch-scharf. Hauptanbau in Indien, Iran, der Türkei und im Mittelmeerraum. Unverzichtbar in Currys, Falafel, Sucuk und Chili con Carne.
Mehr im Gewürzlexikon →Kümmel
Carum carvi. Würzig-süßlich, anisartig und herb. Wächst in Europa und Ägypten, auch als Feld- oder Wiesenkümmel bekannt. Klassiker in Brot, Käse, Sauerkraut, Kartoffel- und Kohlgerichten.
Mehr im Gewürzlexikon →Schwarzkümmel
Nigella sativa. Pfeffrig, leicht scharf, nussig. Stammt aus Westasien, Ägypten, der Türkei und dem Iran. Auf türkischem Fladenbrot, in indischen Joghurtgerichten und Chutneys zu Hause.
Mehr im Gewürzlexikon →Ajowan (Königskümmel)
Trachyspermum ammi. Scharf, leicht bitter, deutlich thymianartig. Heimat sind Indien, Ägypten, Äthiopien und Iran. Findet sich in Linsen- und Bohnengerichten wie Dal und in vielen indischen Currys.
Mehr im Gewürzlexikon →Vier sichere Merkmale
- Form: Kümmel und Kreuzkümmel sind länglich-sichelförmig. Kümmel ist meist heller braun, Kreuzkümmel etwas dunkler und schlanker.
- Schwarz und winzig: Schwarzkümmelsamen sind klein, kantig und tiefschwarz – nie länglich. Wer schwarze Körner mit Pfefferton sieht, hat Schwarzkümmel vor sich.
- Aroma im Anreiben: Zerreib ein paar Samen zwischen den Fingern – Kümmel duftet süß-anisartig, Kreuzkümmel intensiv-würzig, Schwarzkümmel pfeffrig-nussig, Ajowan deutlich nach Thymian.
- Größe: Ajowan-Samen sind die kleinsten unter den drei länglichen Sorten und wirken fast wie Mini-Kreuzkümmel – der Geruch verrät sie sofort.
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