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Wer blickt da durch?

pikantum KG
2025-06-24 18:43:00
Wer blickt da durch? -

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Vier Gewürze, drei Mal „Kümmel“ im Namen und einmal ein Verwandter aus Indien – und doch hat kaum eines davon mit dem anderen zu tun. Kreuzkümmel, Kümmel, Schwarzkümmel und Ajowan sehen einander auf den ersten Blick ähnlich, schmecken aber völlig verschieden. Wer sie verwechselt, landet schnell beim falschen Gericht.

Wir zeigen dir, wer wer ist, woran du die vier sicher erkennst und in welcher Küche jedes Gewürz seinen Platz hat.

Botanisch fremd, optisch verwandt

Obwohl die vier Namen aufeinander verweisen, gehören die Pflanzen drei völlig unterschiedlichen Familien an. Kümmel und Kreuzkümmel sind beide Dolden­blütler (Apiaceae), aber unterschiedliche Gattungen mit komplett anderem Geschmack. Ajowan gehört ebenfalls zu den Dolden­blütlern, ist aber wiederum eine eigene Gattung mit thymianartigem Aroma. Schwarzkümmel fällt komplett aus der Reihe: Er stammt aus der Familie der Hahnen­fußgewächse (Ranunculaceae) und hat botanisch nichts mit den anderen drei zu tun.

Die Namens­verwirrung entsteht also nicht durch Verwandtschaft, sondern allein durch die ähnliche Form der Samen. Im Englischen wird es noch verwirrender: Dort heißt Kreuz­kümmel schlicht „Cumin“, während unser europäischer Kümmel „Caraway“ genannt wird.

Wer ist wer?

Kreuzkümmel (Cumin)

Cuminum cyminum. Warm-würzig, leicht bitter, frisch-scharf. Hauptanbau in Indien, Iran, der Türkei und im Mittelmeerraum. Unverzichtbar in Currys, Falafel, Sucuk und Chili con Carne.

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Kümmel

Carum carvi. Würzig-süßlich, anisartig und herb. Wächst in Europa und Ägypten, auch als Feld- oder Wiesenkümmel bekannt. Klassiker in Brot, Käse, Sauerkraut, Kartoffel- und Kohlgerichten.

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Schwarzkümmel

Nigella sativa. Pfeffrig, leicht scharf, nussig. Stammt aus Westasien, Ägypten, der Türkei und dem Iran. Auf türkischem Fladenbrot, in indischen Joghurt­gerichten und Chutneys zu Hause.

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Ajowan (Königskümmel)

Trachyspermum ammi. Scharf, leicht bitter, deutlich thymianartig. Heimat sind Indien, Ägypten, Äthiopien und Iran. Findet sich in Linsen- und Bohnen­gerichten wie Dal und in vielen indischen Currys.

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Vier sichere Merkmale

  • Form: Kümmel und Kreuzkümmel sind länglich-sichelförmig. Kümmel ist meist heller braun, Kreuzkümmel etwas dunkler und schlanker.
  • Schwarz und winzig: Schwarzkümmel­samen sind klein, kantig und tiefschwarz – nie länglich. Wer schwarze Körner mit Pfefferton sieht, hat Schwarzkümmel vor sich.
  • Aroma im Anreiben: Zerreib ein paar Samen zwischen den Fingern – Kümmel duftet süß-anisartig, Kreuzkümmel intensiv-würzig, Schwarzkümmel pfeffrig-nussig, Ajowan deutlich nach Thymian.
  • Größe: Ajowan-Samen sind die kleinsten unter den drei länglichen Sorten und wirken fast wie Mini-Kreuzkümmel – der Geruch verrät sie sofort.

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Rund um das Thema

Sind Kreuzkümmel und Kümmel das Gleiche?
Nein. Beide gehören zwar zur Familie der Dolden­blütler, sind aber unterschiedliche Pflanzen mit komplett anderem Geschmack. Kreuzkümmel schmeckt warm-würzig und leicht scharf, Kümmel deutlich süßlicher und anisartig. Verwechseln solltest du sie auf keinen Fall – ein Curry mit Kümmel statt Kreuzkümmel schmeckt völlig anders.
Was ist der Unterschied zwischen Cumin und Kreuzkümmel?
Keiner. „Cumin“ ist die englische und französische Bezeichnung für Kreuzkümmel. In deutsch­sprachigen Rezepten meinen beide Begriffe dasselbe Gewürz. Weitere Synonyme sind Kumin, Mutterkümmel, Römischer Kümmel oder weißer Kümmel.
Ist Schwarzkümmel mit echtem Kümmel verwandt?
Nein. Schwarzkümmel (Nigella sativa) gehört zu den Hahnen­fußgewächsen und hat botanisch nichts mit Kümmel, Kreuzkümmel oder Ajowan zu tun. Der Name bezieht sich nur auf die kleine, dunkle Samenform. Manchmal wird er auch als „schwarzer Koriander“ bezeichnet.
Kann ich Kreuzkümmel durch Kümmel ersetzen?
In den meisten Gerichten nicht ohne deutlichen Aroma-Verlust. Wer im Curry oder Chili statt Kreuzkümmel den europäischen Kümmel nimmt, bekommt eine völlig andere, brotähnliche Note. Im Notfall ist eine kleinere Menge frisch gemörserter Koriandersamen meist die bessere Alternative.
Wofür verwende ich Ajowan?
Ajowan passt überall dort, wo eine thymianartige, leicht scharfe Note gefragt ist – vor allem in indischen Linsen- und Bohnen­gerichten wie Dal, in herzhaften Teigtaschen (Samosas) und in vielen Currys. Wegen seines sehr intensiven Aromas sparsam dosieren.

Simone Wertz

Chefin pikantum · 12. Mai 2026


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